Die Chronik der Bioschule Schlägl

November 1924
2Eröffnung der Landwirtschaftlichen Fachschule im Stift Schlägl durch Landeshauptmann Prälat Johann Nep. Hauser. Gründungsdirektor ist DI Leopold Amerstorfer. (Initiator u. a. Bgm. Nationalrat Balthasar Gierlinger)

1929-1930
Errichtung eines eigenen Schulgebäudes am Schauberg durch das Stift Schlägl unter Beitragsleistung des Landes Oberösterreich. Ab dem Herbst 1930 werden zwei Jahrgänge geführt.

1942-1944
Verlegung der Landwirtschaftsschule in das Stiftsgebäude (Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten) und Einrichtung einer landwirtschaftlichen Haushaltungsschule für Bauerntöchter im Schulgebäude.

1945
Schließung der Landwirtschaftsschule und anderweitige Verwendung des Gebäudes auf Grund der kriegsbedingten Ereignisse.

November 1946
Wiederaufnahme des Unterrichts im Schulgebäude; die Leitung der Schule übernimmt Ing. Karl Siehs.

1951
Anstelle von Ing. Siehs (Ruhestand) übernimmt Dr. Dipl.Ing. Franz Turek die Leitung der Schule.

1954
Direktor Turek wird nach Ritzlhof berufen; an seine Stelle tritt Dipl.Ing. Leo Veits, 30-Jahr-Jubiläum der Schule.

1957-1958
Erweiterung der Schule durch einen Zubau und die völlige Umgestaltung des alten Gebäudes; somit verfügt die Schule über ca. 100 Schul- und Internatsplätze mit den dazugehörigen Einrichtungen (Schulküche, Speisesaal, Aufenthaltsraum, 3 Klassenzimmer, 2 Lehrwerkstätten, Personalwohnungen und Kanzleien); Unterbringung der Schüler in 4-Bett-Zimmern; Einrichtung einer Hauskapelle.

7. Dezember 1958
Eröffnung des Neubaus durch Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Blöchl
ab Sommer 1959 Nutzung des Schulgebäudes als Erholungsheim während der Sommerferien.

1960
Dipl.Ing. Konrad Höflinger tritt in die Nachfolge von Direktor Leo Veits als Schulleiter.

1962
Direktionswechsel von Direktor Höflinger zu Dipl.Ing. Heinrich Birner.

1969
Übernahme des Erzieherdienstes durch die hauptberuflichen Lehrer; der Erzieherdienst wurde bis dahin von einem Chorherren des Stiftes Schlägl wahrgenommen.

1970
Ing. Karl Bumberger wird Nachfolger von Direktor Birner.

1971
Führung einer Berufsschulklasse (1. Lehrjahr 7 Wochen, 2. Lehrjahr 5 Wochen)

Nachdem im Jahre 1974 die landwirtschaftliche Schulausbildung von der reinen „Winterschule“ (zwei Wintersemester) auf die Ganzjährigkeit umgestellt wurde (1. Jahrgang statt Polytechnischem Lehrgang), war die Errichtung eines Turnsaales und eines Sportplatzes notwendig geworden.

1977 – 1979
wurden diese Sportstätten an unserer Schule errichtet. Bei dieser Gelegenheit konnte gleichzeitig auch eine moderne Lehrwerkstätte für Schlosserei und Landmaschinenreparaturen errichtet und die Tischlerei erheblich erweitert werden. Diesen baulichen Veränderungen musste die Hauskapelle weichen.

Das landwirtschaftliche Schulwesen in Oberösterreich erhielt im Jahre 1976 erstmalig eine gesetzliche Grundlage.

Die Schulorganisation lautete ab nun:

  1. Schulstufe: ganzjährig (9. Pflichtschuljahr)
  2. Schulstufe: Wintersemester
  3. Schulstufe: Wintersemester

Die Schülerzahlen stiegen durch die Hereinnahme des 9. Pflichtschuljahres sprunghaft an.

1985 wurde die Internatszimmereinrichtung vollständig erneuert.

1989 gab es mit der 1. Novelle zum landwirtschaftlichen Schulgesetz neuerlich eine Änderung der Schulorganisation. Das Ziel dieser Änderung war die Anpassung der landwirtschaftlichen Ausbildung an die Erfordernisse der praktischen Landwirtschaft (Nebenerwerbsbetriebe).

Die Schulorganisation lautete nun:

  1. Schulstufe: unverändert
  2. Schulstufe: ganzjährig und damit Abschluss der Grundausbildung = Grundstufe
  3. Schulstufe: Heim- und Fremdpraxis
  4. Schulstufe: Wintersemester = Betriebsleiterstufe

Aufgrund der Lehrzeitanrechnung bei Tischler, Schlosser und Landmaschinenmechaniker mussten die Lehrwerkstätten entsprechend ausgestattet werden. All die vorhin geschilderten Veränderungen in der landwirtschaftlichen Ausbildung brachten es mit sich, dass die dazu notwendigen Räumlichkeiten entweder zu klein oder gar nicht vorhanden waren. Daher wurde 1993/94 ein Zubau gegenüber dem Turnsaal errichtet, in dem im Erdgeschoß verschiedene Landmaschinen einschließlich Traktor und Schulbus sowie Materiallager für die Lehrwerkstätten Platz fanden. Im Obergeschoß wurde eine Klasse und ein Aufenthaltsraum eingerichtet.

Seit 1991 gibt es an unserer Schule den Schulversuch „Biologischer Landbau“ als Wahlmöglichkeit ab dem 2. Jahrgang. Das Interesse daran seitens der Schüler und Eltern ist bisher geringer, als auf Grund der heftigen Forderungen für diesen Schulversuch durch die Biobauern zu erwarten war.

1994
DI Karl Falkinger wird Leiter der LWBFS Schlägl.

1998
DI. Johann Mitterlehner wird Leiter der LWBFS Schlägl

2001
Erstmals gibt es die Abendschule für Erwachsene.

2002
Start der Bioschule Schlägl. Österreichs 1. Bioschule. Änderung des Unterrichtssystems. Das innovative Blocksystem ist an die Jahreszeiten angepasst und fördert ganzheitliches Denken und Handeln. (Modularisierung, fächerübergreifend, Praxis und Theorie werden kombiniert)

2003
Zwei landw. Betriebe werden sog. Partnerbetriebe der Schule. Der landwirtschaftliche Praxisunterricht wird großteils auf diesen Betrieben durchgeführt.

2003
Start der Schlägler Biogespräche. 4 Tagesveranstaltungen werden im Sinne von Dr. Hans Peter Rusch (gesunder Boden ist Grundlage für einen gesunden Menschen) jährlich durchgeführt. Die Biogespräche verstehen sich als Plattform für Bio-Austria und der Bioschule Schlägl.

2008
Ing. Johann Gaisberger übernimmt die Leitung der Bioschule Schlägl

2009
Start der Forstfacharbeiterausbildung in Abendform (erste Schule in OÖ).
Die Schulküche wird offiziell „biozertifiziert“.

2009
Bau einer sog. „Holzklasse“ (mit Lehrern und Schülern) aufgrund vom zusätzlichen Raumbedarf. Förderung durch Bund, Land und EU. Als Projektträger tritt der Absolventenverband auf.

2010
Erster Landwirtschaftsmeisterkurs mit Schwerpunkt biologische Landwirtschaft

2011
Start des „Biokompetenzzentrum Schlägl„. Ziel dabei ist es, Forschung für den Biolandbau im Mühlviertel mit Ausbildung und Praxis zu verknüpfen. Das Land OÖ (Agrarressort) finanziert somit landw. Versuchs und Forschungstätigkeit im Mühlviertel. Mit dem FIBL (Forschungsinstitut für Biolandbau) kann eine international agierende Forschungseinrichtung als Partner gewonnen werden.

2013
Bewirtschaftung von Stiftsflächen durch das Biokompetenzzentrum und Schule (insg. 8 ha), Erhaltungszüchtung des Schlägler Roggens, Forschungsprojekt Engerlingbekämpfung (Pilzgersteausbringung), Sortenversuche bei Roggen, Triticale, Kartoffel.

2014
Feier 10 Jahre Biogespräche
Bewerbung und Zuschlag zur Landesgartenschau 2019. Gemeinsame Bewerbung von Gemeinde, Stift und Bioschule. Thema: Bio.Garten.Eden
Umstellung der Facharbeiterausbildung auf 3 Jahre mit mind. 3 Monate Fremdpraxis.

2015
Anerkennung der Bioschule seitens des BMLFUW als Bildungsanbieter für Biolandbau im EU Förderungsprogramm ÖPUL. (= Österr. Programm für umweltgerechte Produktion)

2015
Spatenstich Zubau